Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Sie sind hier: Kurse » AS...Compact » Moderation Letzte Änderung: 2003-12-03

Moderation

 

Situationen, in denen Menschen wie Streithähne aufeinander losgehen, sind allen bekannt, auch wenn derartige Konfliktereignisse nicht am eigenen Leib erfahren wurden. In verbalen Kämpfen kann jedes Wort wie Reisig im Feuer entflammen - auch am Arbeitsplatz, so etwa wenn gegensätzliche Interessen aufeinanderprallen und sich keine Schlichtung abzeichnet oder die Vulkan noch nicht erloschen ist. Entweder verhärten sich die Gespräche weiter, oder die Kontrahenten gehen in den »psychischen Untergrund« mit all ihrer Wut, Angst und Traurigkeit.

Für persönliche Zweierbeziehungen ist die Moderation ursprünglich nicht gedacht, es sei denn wir gehen auf Verständigungs- und Klärungssituationen im Rahmen von Gesprächstherapie, Coaching oder Konsultationen ein. Diese Ansätze teilen mit der Moderation das Gebot, Regeln des Miteinanderumgehens zu beachten. Moderation gestaltet beziehungsweise »be-streitet« darüber hinaus das konstruktive Reden in unterschiedlichen Sozialformen - nicht als Schlichtungswunder, sondern aufgrund interventiver Kommunikationsmethoden mit Feedback. Nach diesem Verständnis werden Gespräche nach für alle transparenten Regeln geleitet. Kritik wird ausgetauscht und ausgewertet. Jede Moderation richtet sich am Standard »interaktiver«, unparteiischer Fairness aus, ganz gleich, ob es um Gesprächsrunden, Streitgespräche auf einem Podium oder um die Planungsschritte in einem Projektteam geht.

Erfahrene Moderatorinnen und Moderatoren gliedern Gespräche zur rechten Zeit. Sie vereinbaren Regeln zur sachlichen Argumentation. Das ist bereits eine ganze Menge, und wenn es gelingt, Streitparteien oder eine Expertenrunde in zwei oder drei Stunden zu einem sachlich-produktiven Konsens einen Schritt weiter zu bringen, kann das einem kleinen Lottogewinn gleichen.

Bei der Moderation geht es um kreatives Lernen und - in Planungs- und Gestaltungssituationen - auch um Gruppen- oder Teamarbeit. In einem Update-Kurs sind Anlässe ausgewiesen, in denen Moderation gebraucht wird, wenn zum Beispiel beabsichtigt ist, die Entwicklung einer neuen Mittelfristplanung zu begleiten oder wenn eine Organisation in einer öffentlichen Debatte wegen ihrer ehrgeizigen Projekte Rede und Antwort steht. Übersicht behalten und herstellen ist das Motto für alle Situationen, in denen Sie auf das spannende Wagnis der Moderation eingehen. Gute Moderation hat dabei viele Seiten:

..... folgt Grundregeln der Kommunikation,
..... ermöglicht Ideenfindungsprozesse durch Kreativmethoden,
..... klärt und entzerrt Kommunikationsstörungen,
..... trennt die Emotion vom Argument,
..... entflechtet das Durcheinander eines Gesprächsknäuels,
..... organisiert Brainstormings oder Ideenwerkstätten,
..... setzt Visualisierung und Metaplanmethoden ein,
..... schafft Übersicht, Durchblick und Einsicht.

Gute Moderation

Gute Moderation unterstützt die Verständigung zwischen Menschen - nicht ausschliesslich durch Sprache und schon gar nicht durch das hochstilisierte Wort, um normale Beiträge im Keim zu ersticken. Der Moderator muss kein Rednertalent sein oder sich durch langatmige Spracheitelkeiten hervortun. Er soll fähig sein, alle Beiträge ohne Ansehen der Person zu beachten, aufzunehmen und weiterzuleiten. Er soll eine aktive Beteiligung an Gesprächen und Lösungsversuchen erreichen, kreative Ideen unterstützen, einen Zwischenstand der Diskussion durch Visualisierungen und andere Methoden verdeutlichen.

Gute Moderation ordnet obendrein jedes Sammelsurium von Beiträgen oder Ideen. Sie beruht auf einem Regelungsrepertoire zur problemlöseorientierten Verständigung und Ideensuche. Zum Beispiel wenn sich Gremienmitglieder über Investitionsaufwendungen streiten oder ein Projektkreis den Jahreskoordinierungsplan im Unternehmen abstimmen möchte. Oder die eigene Schule plant eine Ideenwerkstatt, in der Grundrisse für ein Schulprogramm entstehen sollen. Halten wir fest:

Moderation ist eine professionell erlernte Kommunikationsmethode. Sie beruht auf Regeln verständigungsorientierter Interaktion in kleinen, mittleren oder grossen Sozialformen. Ihr Ziel besteht darin, Kompetenzanstrengungen von Gesprächs- und Kooperationspartnern auf vereinbarte Ziele, Beratungsschwerpunkte und Problemlösungsschritte zu richten. Jede Moderation folgt Standards der Argumentation, die im Setting transparent sind beziehungsweise dort vereinbart werden. Ziel: Aufbau einer konstruktiven, kreativitätsfördernden Arbeitsbasis. Die Unparteilichkeit ist für jede Moderation als Klärungshilfe oberster Grundsatz, auch wenn in Konfliktsituationen es um Vermittlung oder andere Klärungsformen mit dem Ziel geht, Kreativität und Synergie zu erreichen.

AS bietet hierzu einen Update-Trainingskurs an. Der Trainingskurs kann nach Absprache mit uns vereinbart werden. Der Kurs kann als Inhouse-System in Ihrer Organisation oder an einem gut erreichbaren Ort für Interessenten aus verschiedenen Regionen realisiert werden.

Alle AS-Seminare, so auch die Update-Kurse zur Moderation, verzahnen Wissensbausteine, Methodentrainings und den Transfer auf Praxisfälle. Aus diesem Grund sind für jeden Update-Kurs mindestens zwei Trage, vorzugsweise drei, anzusetzen. Die konkrete inhaltliche Ausrichtung und die zeitliche Organisation werden mit Ihren Möglichkeiten abgeglichen.

Mindestteilnehmerzahl für einen 2 oder 3 Tage Kurs:
15 Personen

Kontakt
Prof. Dr. Uwe Hameyer
hameyer@paedagogik.uni-kiel.de
www.hameyer.uni-kiel.de
Prof. Dr. Waldemar Pallasch
waldemar.pallasch@t-online.de
www.as.uni-kiel.de
Telefon: 0431-880-1225 (Sekretariat)