Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Coaching VII

Coaching als Instrument
der Personalentwicklung

 

Trainer und Arbeitsteam

Heiner Bednarz (Dipl. Volkswirt, Coach)
Torsten W. Nicolaisen, Coach
Waldemar Pallasch (Prof. Dr.)
Ralf Petersen, (Dipl.-Päd., Coach)
Maike Rühe-Möhl (Sekretariat)
Kerstin Tams (Dipl.-Päd., Coach)
Referenten zu Spezialthemen

Ausbildung

Die Ausbildung basiert auf vier Säulen:

  1. Ausgangslage

    Coaching setzt sich als alternative Beratungsform in Ergänzung zu den bereits praktizierten im beruflichen Kontext immer stärker durch. Der Begriff ‚Coaching‘ wird im Zuge moderner Zeitströmungen allerdings inflationär benutzt, ohne im einzelnen genau zu wissen, was gemeint ist. Begriff, Inhalt und Methodensubstanz verwässern! Es ist zu beobachten, dass viele Autoren das Coaching empfehlen, aber lediglich theoretische Überlegungen ohne praktische Trainingsanleitungen anbieten. Zwischen Theorie und Praxis klafft eine Lücke! Notwendig sind hier theoriefundierte praktische Ausbildungen. Die hier angebotene Ausbildung versucht, diese Lücke zu schließen.

  2. Definitorische Eingrenzung

    Coaching bedeutet eine personenorientierte Förderung von Menschen in ihrer professionellen Rolle bezogen auf ihr konkretes Aufgaben und Arbeitsfeld; es ist eine Verbindung prozessbegleitender Beratung, ergebnisorientierter Unterstützung, zielorientierter Anleitung und handlungsorientiertem Training. Das basale Ziel ist die Förderung beruflicher Selbstgestaltungspotentiale, der Selbstregulierungsfähigkeiten und des Selbstmanagements. Im Mittelpunkt steht das Korrespondenzverhältnis ‚Individuum‘ (Mensch) und ‚Arbeit‘ (berufliche Tätigkeit).

  3. Themen

    Die im Coaching angesprochenen Themen sind vielfältig, hier eine Auswahl: Druck (Zeitdruck) - Arbeitsbelastung - Überforderung - kaum Privatleben - Konflikte aller Art - lnformationsdefizit - Streit in Arbeitsgruppen - Verweigerung von Mitarbeit - Arbeitsunzufriedenheit - körperliche Befindlichkeiten in der Arbeit - Sinnkrisen - Lebenskrisen - Leitungsproblematik - Umgang mit Kritik - Angst - Streit in der kollegialen Leitung - Mitarbeitergespräche - Stress/Burnout - berufliche Müdigkeit u.v.a.m.

    Diese Bandbreite verlangt einen omnipotenten Berater, den es natürlich nicht gibt, aber sie besagt, dass ein Coach über mehrere profunde Kompetenzen verfügen muss:
    (1) Praxiskompetenz (Berufs- und Lebenskompetenz),
    (2) Theoriekompetenz (Basis- und Detailwissen in Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Anthropologie),
    (3) Feldkompetenz (Kenntnisse in Organisationskulturen und der Arbeitspsychologie),
    (4) Sozialkompetenz (spezifische Kenntnisse in Kommunikation und Interaktion),
    (5) Methodenkompetenz (Beherrschen von Methoden des Microteaching bis hin zu therapeutischen Interventionstechniken).

    Diese Kompetenzbereiche benennen in sehr abstrakter Form lediglich den Ausbildungsrahmen, der konkret gefüllt werden muss. So muss der Coach beispielsweise die Diagnosekompetenz erlernen, die ihn in die Lage versetzt, zwischen Beratung (Coaching) und Therapie zu unterscheiden.

  4. Anspruch
    Soll der Coach erfolgreich in seiner Arbeit sein, dann muss ein potentieller Bewerber für die Coachingausbildung bereits über ein breites und weites, basales Kompetenz-potential verfügen, auf dem aufgebaut werden kann. Nach unserem Verständnis ist Coaching die anspruchsvollste und gleichzeitig thematisch weit gespannstete Beratungsform im Vergleich zu anderen ähnlichen (klassische Beratung oder Supervision). Coaching ist keine abgespeckte Form der Beratung oder der Supervision; Coaching ist theoretisch, fachlich, sachlich, methodisch und somit terminologisch den anderen Beratungsformen übergeordnet. Entsprechend diesem Verständnis sind die Voraussetzungen zu verstehen.

  5. Ausbildungsinhalte (4 Säulen)

    (1) Säule: Grundlagen | Theorie
    Grundsätzlich werden immer die theoretischen Aspekte aufgearbeitet und bearbeitet, die sich aus den konkreten Trainingssituationen ergeben. Der Ausbildungskonzeption liegt das Menschenbild der ‚Humanistischen Psychologie‘ zugrunde, dabei wird die systemische Sichtweise favorisiert.

    (2) Säule: Themen | Problemstellungen
    Aus der Vielzahl möglicher Themen (Problemstellungen), die in der praktischen Coachingarbeit angesprochen werden, wird eine exemplarische Auswahl grundlegender Themen getroffen. Anhand dieser sollen die Teilnehmer lernen, wie man sich als Coach theoretisch und praktisch in eine Thematik einarbeiten kann.

    (3) Säule: Methoden | Techniken
    Ein guter Coach verfügt über ein großes Repertoire unterschiedlichster Methoden, sie reichen von trainingsorientierten Anleitungen bis hin zu quasitherapeutischen Interventionen: psychologische Gesprächsführung - kognitive Umstrukturierungen - intra - und interaktive Methoden - projektive Verfahren - Konfliktbearbeitungsstrategien - Lösungsstrategien - Reframing - zirkuläres Befragen - u.a.m.

    (4) Säule: Training | Übung
    Der Kern der Ausbildung sind die Übungen und Trainings. Es wird kaum mit Rollenspielen gearbeitet, vielmehr wird überwiegend an echten, realen Problemsituationen gelernt.

    Aus den Trainingssitzungen ergibt sich insgesamt immer eine Fülle von theoretischen und praktischen Fragestellungen und Anregungen, die wiederum zu weiteren Übungen oder zu vertiefenden theoretischen Reflektionen führen, zum anderen bieten sie die Möglichkeit, sich intensiv mit den vom Coach eingebrachten Methoden zu beschäftigen bzw. alternative Vorgehensweisen zu entwickeln. Coaching versucht im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten mit dem Coachee den von ihm benannten unbefriedigenden Zustand gemeinsam zu bearbeiten mit dem Ziel, eine Lösung zu finden. Die ‚Problemhaftigkeit‘ bestimmt dabei die gemeinsam abgestimmte Methode bzw. das Vorgehen. Der Coachee wird mit seiner subjektiven Wahrnehmung angenommen und akzeptiert und die Bearbeitung muss für ihn transparent und zumutbar sein

  6. Erfahrungen

    Nach der hier skizzierten Ausbildungskonzeption wurden in den Jahren 2001 bis 2009 in mehreren Ausbildungskursen Coaches erfolgreich ausgebildet. Sie werden (in Schleswig- Holstein) inzwischen - im Rahmen der Personalentwicklung im Schulbereich - über eine zentrale Vermittlungsstelle nachgefragt und eingesetzt.

Umfang und Dauer

30 Präsenztage aufgeteilt in 10 Kompaktveranstaltungen über einen Zeitraum von 15 Monaten (zuzüglich selbst organisierter Trainingstage).

Abschluss und Zertifikat

Anfertigung einer schriftlichen Ausarbeitung und Testing.
Universitätszertifikat nach erfolgreichem Abschluss.

Leitung

Prof. Dr. Waldemar Pallasch

Kooperationspartner

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein
Studien- und Fördergesellschaft der schleswig-holsteinischen Wirtschaft e.V.
Volkswagen Coaching GmbH (Wolfburg)
Vulkan-Bildungsmarkt (Berlin)

Adressaten

Berufstätige in pädagogisch-psychologischen Arbeitsfeldern, in schulischen und außerschulischen Tätigkeitsbereichen und im Personalbereich.

Voraussetzungen

Abschluss eines akademischen (möglichst humanwissenschaftlichen) Studiums; mehrjährige Berufserfahrung; Qualifikationen und (Vor-)Erfahrungen aus zumindest zwei Gebieten: pädagogische oder psychologische Beratungsformen, Beratungskompetenzen für Organisations- und Schulentwicklung, Supervision, pädagogisch-psychologische Trainings, therapeutische oder therapieorientierte (Grund-)Kenntnisse oder andere adäquate Vorleistungen.

Termine

1. Modul 29.11. – 01.12.2012
2. Modul 17.01. – 19.01.2013
3. Modul 28.02. – 02.03.2013
4. Modul 18.04. – 20.04.2013
5. Modul 30.05. – 01.06.2013
6. Modul 15.08. – 17.08.2013
7. Modul 19.09. – 21.09.2013
8. Modul 31.10. – 02.11.2013
9. Modul 12.12. - 14.12.2013
10. Modul 23.01. - 25.01.2014
(Beginn donnerstags um 15 Uhr, Ende samstags um 16 Uhr)

Tagungsort:

Tagungszentrum Martinshaus
Kanalufer 48
24768 Rendsburg
Tel. 04331-59 33 00
Ansprechpartnerin : Frau Doil
Email: doil@diakonie-sh.de

Kosten

Kursteilnahme und Zertifizierung: Euro 4.485,-
Zahlbar in 15 Monatsraten in Höhe von Euro 299,-
Zusätzlich ggf. Verpflegungs- und Übernachtungskosten

Informationsverantstaltungen

Informationsabend: Donnerstag, den 16.8.2012 von 18 - 20 Uhr.

Anmeldung und Information / Kontakt

AS - Advanced Studies
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Pädagogik
Olshausenstraße 75 - 24118 Kiel
Servicebüro: Maike Rühe-Möhl
Telefon 0431-880-1225 (9.00 bis 13.00 Uhr)
Fax 0431-880-5497
as@paedagogik.uni-kiel.de
www.as.uni-kiel.de